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150 Max Picard / Hitler in uns selbst: Zu diesem Komplex (s.a. S.145 und die Anmerkung dazu, sowie S.163) sei noch folgendes ergänzt:
- Ballmer zitiert die mündliche Bemerkung Picards „Die Kirche glaubt für mich“ noch an anderen Stellen, u.a. in einer Notiz zu einer Buchbesprechung „Das Christusbuch des Freisinns“, ebenfalls von 1945:
- Ich verspüre ein unüberwindliches Verlangen, zum Kapitel über die Kirche zu – schweigen. Ein Konvertit sagte mir: Eines Tages ging es mir auf: „die Kirche glaubt für mich“. Ich war versteinert – und meine zum Kapitel Kirchen, die mir das Glauben abnehmen, besser schweigen zu sollen. Man schweigt ja auch taktvoll zum germanischen Mythos. Der Einzelne nichts, einzig das Volk ist etwas. Der Tod des Einzelnen dient nicht der Seele, dient dem Volk
- Die gleiche Bemerkung des „fröhlichen Konvertiten“ (ohne den Namen zu nennen) zitiert Ballmer außerdem auf einem „Notizblatt“ an Karl Barth, das zugleich die Ausführungen über den Traum (siehe Briefwechsel mit Ludwig Binswanger) ergänzt.
- Zum Komplex „Kollektivschuld“ / „Kollektives Unbewusstes“ vgl. bei Ballmer folgendes:
- seine Ausführungen zu Beginn des Aufsatzes Eine Zentralidee des 20. Jahrhunderts (1950), enthalten in der Neuausgabe der Elf Briefe über Wiederverkörperung.
- den Aufsatz Über Schuld (1946), vor allem mit Bezug auf C.G.Jung, enthalten in Synchronizität. Ballmer stellt die Schuldfrage einerseits in fundiert theologische, zugleich aber psychologische Zusammenhänge: Der spezifisch Jungsche Begriff der „Kollektivschuld“ weist auf andere berühmte Begriffe der berühmten Tiefenpsychologie. Da ist z.B. der magistrale Begriff des „Kollektiv-Unbewussten“. Das ist ein Begriff, der bestens in ein System des „Rassismus“ passt. Mit diesem Begriffe des Kollektivunbewussten bestreitet die Jungsche Schule die Bedürfnisse einer nicht kritischen Intelligenz.
- In einem unveröffentlichten Manuskript „Die Schweizer Theologie und das Reich“ von ca. 1941 heißt es: Es liegt im Zusammenhang nahe, eine gelegentliche Äußerung Rudolf Steiners über die Seelentherapie C.G.Jungs anzuziehen. Es handelt sich um eine Kritik und um ein Kompliment an die Adresse der Zürcher Seelenforschung. Wenn Buri sagen müsste: Lüge dir vor, dass es einen Gott gibt, damit du am Leerlauf der theologischen Arbeit mitwursteln kannst, so sagt Jung – nach der Charakteristik Rudolf Steiners: Lüge dir vor, dass es einen Gott gibt, sonst wirst du krank. Jung gelangt zu einem sublimierten Rassismus, während seine geistvollen Beobachtungen überall zur Anerkenntnis führen müssten, dass die Seele zu Fakten einer wesenhaft außerseelischen geistigen Umwelt in Beziehung steht. Der Rassismus Jungs meint das „Unterbewusste“ nicht aus dem Verständnis der geistigen Umwelt der Seele, sondern aus Erbströmung und Erziehung deuten zu sollen. (Jungs Zentralbegriff des Kollektiv-Unbewussten ist vor anthroposophischen Kriterien rassistische Barbarei.)