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„Wissenschaft“ – durch alle Krisis hindurchDie gekrachte Schublade – 9. Februar 2023

Eine gegenwĂ€rtige Christus-Offenbarung, so gewiss ihre Rezeption zugleich die Offenbarung der denkenden VerantwortungsfĂ€higkeit des Menschen sein muss, hat die Möglichkeit von „Wissenschaft“ zu ihrer Voraussetzung. Die gegenwĂ€rtige Christus-Offenbarung wendet sich an die Denkfreiheit aller Menschen der Erde. So bedarf sie eines universellen Mittels der Rezeption. „Wissenschaft“ als Methode aber ist der gehaltvollste und stabilste Universalismus des neueren Geisteslebens – auch dann, wenn die nicht unbekannten FragwĂŒrdigkeiten des Begriffes Wissenschaft voll in Rechnung gesetzt werden.

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Die Entstehung von „Wissenschaft“ aus dem souverĂ€nen menschlichen Denken ist ein Lebensvorgang und ist als Lebensvorgang der Krise fĂ€hig. Die Theologie steht als Historizismus außerhalb des Lebens und damit außerhalb der Möglichkeit echter Krisis. Die Theologie kann von der Erkenntnis ihres grundsĂ€tzlichen Gebundenseins an das historische Dokument der Evangelien abirren und damit der Gefahr ihrer Selbstaufhebung verfallen. Der echten Krisis ist sie deswegen nicht fĂ€hig, weil sie sich, gelĂ€hmt durch das Hinstarren auf Vergangenes, das Ziel nicht zu setzen versteht, Gott in der unmittelbaren Gegenwart zu erfragen. Durch alle Krisis hindurch aber bildet es das positive Ideal von „Wissenschaft“, Gott in seiner gegenwĂ€rtigen Offenbarung zu erkennen.

Des Christus gegenwĂ€rtige Offenbarungshandlung erschöpft sich nicht darin, dass Gott sein Wesen in Gedanken ausspricht; so weit die Offenbarung Gottes als Mitteilung von Gedanken erfolgt, ist Offenbarung grundsĂ€tzlich von der gleichen Struktur und gleichen Wesens wie der Vorgang: Mitteilung eines wissenschaftlich fundierten Gedankens. Man muss unterscheiden zwischen dem Schaffen und dem Offenbaren (Mitteilen) des Christus. Christus offenbart nicht sein ganzes Schaffen. Er offenbart von seinem Schaffen genau so viel, als in das autonome Denken der Andern eingeht. Dieses Denken der Andern ist ein Schaffen, aber nicht ein Schaffen, durch das Christus erschaffen wĂŒrde. Das Schaffen der Andern ist ein Denken in der SphĂ€re des Schicksals. In dieser Welt des Schicksals ist nicht die abstrakte Weltvernunft der Herr, nicht die „Immanenz“ Gottes im einzelnen Menschen das Problem. In dieser Welt des Schicksals ist Christus der Herr der Idee und des Denkens, die Andern als Denkende sind solche, die das Gemessenwerden ihrer denkenden Unvollkommenheit durch die denkende Vollkommenheit des Christus-Bewusstseins als Erkenntnis-Schicksal erleben und wissen. Indem Christus sein universelles Weltwesen, das Denken, in den Andern offenbart, erschafft er die Andern als Denkende in der SphĂ€re des Schicksals. Nicht das cogito ergo sum also ist das Prinzip autonomer Philosophie, sondern das Cogito propter Christum cogitantem. Nicht nach dem abstrakten „Sein“ des Ich ist zu fragen, sondern nach dem inhaltvollen Wesen, das mehr ist als das „Sein“: nĂ€mlich das inhaltbestimmte Urwesen der Welt selbst: der ##### Übersinnliche Mensch, von dem die Theologie abstrakt als von dem Gott-Menschen spricht, von dessen Wesen sie zwar aus dem Evangelium, nicht aber aus der unmittelbaren Erkenntnis weiß. In der von Christus verwalteten Schicksalswelt haben die Andern ihr wesentliches Ich in der Transzendenz bei Christus und empfangen es in ihrem autonomen Schaffen, das ein echtes Schaffen ist, ebenso wie es in Wahrheit ein Geschaffenwerden durch Christus ist.

Christus stiftet in der Gegenwart eine Erkenntnis. Der Universalismus „Wissenschaft“ steht vor der Notwendigkeit, sich mit dieser Tatsache vertraut zu machen.


ErlÀuterung

Aus einem Manuskript mit dem Titel „Universalismus ‘Wissenschaft’“, von ca. 1940–1942.

👉 Aus der „gekrachten SchubladeDie gekrachte Schublade“ bekommen Sie wechselnd verschiedene Texte von Karl Ballmer zu lesen. Bei der Auswahl gilt das Motto von Rudolf Steiner: „Es muss der Zufall in seine Rechte treten.“ Besuchen Sie diese Seite also öfter. Bei Fragen kontaktierenKontakt/Impressum Edition LGC Sie uns bitte.

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{=$:Titel}Die gekrachte Schublade – 9. Februar 2023


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