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Bodhisattva, Christus, „Hüter der Schwelle“Die gekrachte Schublade – 28. Januar 2021

Den 11. September 1932

Herrn

Adolf Arenson

Stuttgart-Cannstatt, Paulinenstr. 13

Sehr verehrter Herr!

Ich hege die allergrößte Hochschätzung für Ihre Gedanken, durch die Sie die Bodhisattva-Frage für hoffentlich recht weite Kreise der Allg. Anthroposophischen Gesellschaft geklärt haben. Ihre Tat empfinde ich als einen bedeutungsvollen Baustein für die karma-gerechte Bewahrung der Offenbarung Rudolf Steiners.

Als Philosoph muss ich Ihre vorbildliche Leistung dahin interpretieren, dass Sie aus den Materialien der Zyklen, Einzelvorträge und auch persönlicher Mitteilungen des Geistesforschers das Wesen oder – wie eben der Philosoph sagt – den „Begriff“ des Bodhisattva geklärt haben. (In verwandter Leise bemühe ich mich – in spezifisch philosophisch-erkenntnistheoretischer Art – um den „Begriff“ des Christus). –

Aus vielen lebensvollen Erfahrungen im Laufe einer längeren Mitgliedschaft (ich bin 1917 durch meinen Züricher Freund Roman Boos zur Klärung meines Karma, d.h. zur Anthroposophie gekommen) habe ich mir die Auffassung bilden können, dass es mit dem Bodhisattva-Problem verwandte Fragen gibt, die ebenso der Klärung bedürfen, um ein zu beobachtendes Irregehen vieler Mitglieder nicht zur eigentlichen Gefahr werden zu lassen. Wenn Sie mir erlauben wollen, in Bescheidenheit auf ein derartiges Problem hinzudeuten, so ist es dieses:

In Bezug auf die beiden „Hüter der Schwelle“ scheinen Missverständnisse keine geringe Rolle zu spielen. Ich habe beobachtet, dass wertvolle Menschen die Wahrnehmung des (kleinen) Hüters der Schwelle als sinnliche Vision suchten und dass sie durch diese schiefe Zielsetzung vom allerwichtigsten abgehalten wurden: von der subtilen ethisch-geistigen Arbeit an ihrem niederen Selbst.

Darf ich zu Ihnen, verehrter Herr, in aller Bescheidenheit den Gedanken äußern, dass ich es für fruchtbar und wichtig halten müsste, wenn Sie zum Problem der beiden Hüter der Schwelle ähnlicher Weise wie zur Bodhisattvafrage Ihre fundierten Gedanken dem Karma-Leib der Gesellschaft zur Verfügung stellen wollten?

In dankbarer Hochschätzung

Karl Ballmer

Erläuterung

Der Briefempfänger Adolf Arenson hatte sich 1930 in einem vielbeachteten Vortrag mit der sogenannte „Bodhisattvafrage“ – der Frage nach dem von Steiner angedeuteten Weltlehrer des 20. Jahrhunderts – beschäftigt.

👉 Aus der „gekrachten SchubladeDie gekrachte Schublade“ bekommen Sie wechselnd verschiedene Texte von Karl Ballmer zu lesen. Bei der Auswahl gilt das Motto von Rudolf Steiner: „Es muss der Zufall in seine Rechte treten.“ Besuchen Sie diese Seite also öfter. Bei Fragen kontaktierenKontakt/Impressum Edition LGC Sie uns bitte.

Erläuterung

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