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„Trübes Mittel“ oder Licht?Die gekrachte Schublade – 3. Oktober 2022

8. Januar 1948

Sehr geehrter Herr Proskauer!

In seinem Aufsatze „Zur Farbenlehre“ („Gegenwart“, 9. Jahrg. Nr. 7, Oktober 1947) arbeitet Schüpbach mit einer unverschämt falschen Analogie. Schüpbach schreibt Seite 244:

„Es ist der Mensch als Geistwesen innerhalb einer physischen Leibesorganisation in seinem geistigen Leben eigentlich herabgedämpft, und zwar gerade durch das Wesen der physischen Stofflichkeit, mit der er sich verbindet.“

Auf die Voraussetzung dieser erzfalschen Ansicht stellt sich dann die unverschämt falsche Analogie Schüpbachs: der physische Leib sei wie ein „trübes Mittel“ anzusehen.

Wenn Schüpbach „der Mensch“ sagt, so muss man ihn fragen: Wen meint er? Ist Schüpbach der Meinung, R. St. habe sich Schüpbach als Modell ausgesucht, um Aussagen über den Menschen zu machen? Wenn Schüpbach behauptet, „der Mensch“ sei in seinem geistigen Leben herabgedämpft wegen des Wesens der Stofflichkeit, mit der sich das Geistwesen innerhalb einer Leibesorganisation verbinde, so ist das – anthroposophisch gesehen – einfach ein grober frommer Unfug. Anthroposophisch gesehen ist der Mensch als Geistwesen nicht als ein Etwas außer seiner physischen Leiblichkeit zu denken. Anthroposophisch gesehen ist der natürliche Mensch als solcher das Geistwesen. Wäre dies nicht der Fall, so wäre jedenfalls eine Anthroposophie unmöglich. Die Möglichkeit der Anthroposophie besteht darin, dass der physische Leib als solcher Geist ist. Dieser physische Leib, das „Absolute“ des anthroposophischen Weltverständnisses (der Tod als der ewig lebendige Vater, in der Sprache R. Sts.) ist: LICHT!, aber nicht „trübes Mittel“.

Wenn der fromme Berner Schüpbach christelnd das „Wesen der Stofflichkeit“ verleumdet, indem er es die Ursache sein lässt für das Herabgedämpftsein des „Geistes“, so behaupte ich: hört mir mit eurem christlichen Schwindel auf, lernt Anthroposophie und anerkennt das „Wesen der Stofflichkeit“ als – Licht.

Die theistisch christelnde Seelenhaltung von biederen Berner Aspiranten ist vollkommen ungeeignet zur Konstituierung der Fragen einer erweiterten Goetheschen Farbenlehre.

(…)

Mit freundlichen Grüßen


Erläuterung

Ein Brief an Heinrich Oskar Proskauer, der sich seinerseits mit der Goetheschen Farbenlehre auseinandersetzte.

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Erläuterung

{=$:Titel}Die gekrachte Schublade – 3. Oktober 2022


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